Erlebt und erzählt...
Chemnitzer erzählen von ihren Erfahrungen mit Gott:
Anja Hänel - Gott antwortete
mir
Sandra Weise - Ich hatte
falsche Freunde
Cornelia – Mein Mann
war Alkoholiker
Philipp – Ich war
auf die schiefe Bahn gekommen
Video: Tilo in der Sendung "hautnah - Gott
mitten im Leben
Tilo – Ich suchte überall
Leben
Daniel Mischalk - Ich war
ein Nazi
Jens Brettschneider – Auf
einmal stand die Stasi an meinem Bett
Maik Arnlod – Auf der
Suche nach dem Lebenssinn
Sylvia Bukall – Das
Leben neu gefunden
Ute Haase – Ich wollte
Gutes tun
Volker Raabe – Getauft,
Konfirmiert und was dann?
Interview mit Tanja und Dr. Andreas Walther – Karriere
ist nicht alles
Anja Hänel - Gott antwortete
mir
Ich bin in einer ziemlich zerrütteten Familie aufgewachsen.
Als ich ca. 2 Jahre alt war, ließen sich meine Eltern scheiden.
Da meine Mutter alkoholkrank ist und mit der Erziehung überfordert
war, veranlasste das Jugendamt, dass ich in ein Kinderheim kam. In
meiner Kindheit war ich sehr zurückgezogen, ängstlich und
unzufrieden mit mir. Mit 16 Jahren wurde ich dann depressiv und konnte
nicht mehr schlafen. Ich war innerlich total leer und unruhig. Schließlich
wurde es so schlimm, dass ich in die Kinder- und Jugendpsychiatrie
eingeliefert werden musste. Während dieser Zeit betete ich das
erste mal zu Gott. Und Gott antwortete mir. Denn kurz nach der Therapie
wurde ich zu einer christlichen Jugend-Freizeit eingeladen. Ich fuhr
mit und erlebte wie liebevoll und herzlich die Leute miteinander
umgingen und erfuhr auch mehr über Gott. Nach dem Urlaub besuchte
ich hier in Chemnitz immer wieder christliche Veranstaltungen, absolvierte
einen Alpha-Glaubenskurs und fand schließlich ganz persönlich
zum Glauben an Gott. Im Sommer 2006 ließ ich mich dann auch
taufen und schloss mich verbindlich einer Gemeinde an. Seit dem bin
viel fröhlicher und selbstbewusster als früher. Ich bin
Gott total dankbar für das, was sich in meinem Leben schon alles
verändert hat.
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Sandra Weise - Ich hatte
falsche Freunde
Schon in meiner Kindheit hatte ich viele Probleme, lernte falsche
Freunde kennen und kam auf eine ziemlich schiefe Bahn. Während
meiner Teenagerzeit riss ich mehrmals von zu Hause aus und wohnte
heimlich bei Freunden bis mich dann die Polizei fand. Schließlich
kam es soweit, dass ich in der 8. Klasse von der Schule flog. Mein
Leben bestand damals nur aus Partys und ich umgab mich mit vielen
falschen Freunden bei denen Alkohol, Drogen und Rechtsradikalität
eine große Rolle spielte. Mit 18 bekam ich dann ein Kind. Jahrelang
stürzte ich mich von einer Beziehung in die nächste. Ich
war anderen gegenüber ziemlich gemein und behandelte viele Menschen
wie Fußabtreter. Im Jahr 2002 lernte ich einen Mitarbeiter
der Arche kennen und kam dann auch mit zu den Veranstaltungen in
den Jugendclub der Arche. Ich hatte vorher noch nie etwas mit Christen
zu tun gehabt, aber ich wollte herausfinden, warum diese Leute an
etwas glauben, was man nicht sehen kann. In der Arche lernte ich
Leute kennen, die sich für mich interessierten und mir zuhörten.
Ich stellte ihnen viele Fragen über Gott und später begann
ich auch in der Bibel zu lesen. Allmählich veränderte ich
mich, ich wurde ruhiger und machte erste Erfahrungen mit Jesus. Mir
wurde klar, dass ich jahrelang gar nicht richtig gelebt hatte und
auf einem falschen Weg war. So entschloss ich mich schließlich,
mein Leben in Gottes Hände zu legen. Seit dem spüre ich,
wie ich wirklich anfange zu leben. Ich danke Gott, dass Er mich so
liebt wie ich bin und dass Er mir alle meine Sünden vergeben
hat. Mittlerweile arbeite ich auch selbst in der Arche mit und bin
froh, hier einen Platz gefunden zu haben, wo ich im Glauben wachsen
und Gott dienen kann. In der Arche lernte ich auch meinen jetzigen
Mann kennen, der ein liebevoller Vater für meinen Sohn geworden
ist. Inzwischen haben wir noch ein zweites Kind und sind eine sehr
glückliche Familie.
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Cornelia – Mein Mann war Alkoholiker
Mein Name ist Cornelia, ich bin 44 Jahre alt und habe 3 Kinder. In
meinem Elternhaus spielte der Glaube keine Rolle, der einzige Kontakt
mit Kirche war in meiner Kindheit, als mich eine Schulfreundin zeitweise
mit zur Christenlehre nahm.
Als junge Frau war ich auf der Suche nach dem Lebensglück. Ich
suchte es vor allem in Beziehungen zu Männern, aber leider geriet
ich immer wieder an Alkoholiker. Mehrmals ging ich eine längere
Beziehungen zu solchen Männern ein und so haben meine 3 Kinder
auch 3 verschiedene Väter. Statt dem Glück und der Liebe,
die ich gesucht hatte, blieb nach jeder zerbrochenen Beziehung nur
der Schmerz und die Enttäuschung zurück. So ging es in
meinem Leben viele, viele Jahre.
Als ich später in Chemnitz auf den Sonnenberg umzog, kam ich
wieder in Kontakt mit Sandra, die ich kannte, da meine Tochter Maria
und ihr Sohn Florian gemeinsam den Kindergarten besucht hatten. Sandra
erzählte mir, dass sie jetzt Christ geworden sei und in der „Arche“ mitarbeitet.
Ihr Sohn Florian lud meine Tochter Maria zu den “Arche-Kids” ein,
die sie dann auch eifrig und mit viel Freude besuchte.
Dort fand meine Tochter dann zu Gott und fing dermaßen Feuer,
dass sie dann auch zu Hause ständig von Jesus erzählte.
Ihr einziger Wunsch für Weihnachten auf dem Wunschzettel war
eine Kinderbibel. Jeden Abend sollte ich dann auch mit ihr beten.
In der ersten Zeit fiel mir dies sehr schwer. Ich hatte vor nicht
allzu langer Zeit meinen Vater und Neffen verloren und fragte immer
wieder nach dem Warum. Maria bekam ihre Bibel und ich musste dann
jeden Tag daraus vorlesen. Tausend Fragen entstanden und ich war
damit ganz schön überfordert. Zum Glück konnte ich
mit Sandra darüber reden und sie erklärte mir vieles. Ich
begann mich immer mehr mit dem Glauben zu beschäftigen und in
der Bibel zu lesen. Inzwischen entstanden immer mehr Kontakte zur „Arche“ und
deren Mitarbeitern. Nach vielen Gesprächen entschloss ich mich
dann, mein Leben in Gottes Hände zu legen. Seit dem hat sich
vieles in meinem Leben verändert! Ich war immer auf der Suche
nach der Liebe gewesen: jetzt habe ich sie gefunden und weiß,
dass Gott mich wirklich liebt. Und ich habe eine Heimat gefunden:
ich bin jetzt Mitglied in der Arche-Gemeinschaft, besuche dort einen
Hauskreis, den Alpha-Kurs und arbeite im Gastro-Team der „Arche“ mit.
Ohne den kindlichen Glauben meiner Tochter Maria wäre es vielleicht
nicht so gekommen. Ich bin glücklich, dass ich mit Gott leben
kann. Ich danke allen, die mir auf diesem Weg geholfen haben, vor
allem meiner Maria, Sandra und ihrem Sohn Florian!
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Philipp – Ich war auf die schiefe
Bahn gekommen
Mein Name ist Philipp und ich bin 17 Jahr alt. Ich komme aus einem
nichtchristlichen Elternhaus und hatte dadurch früher nichts
mit Gott zu tun. Meine Vergangenheit ist nicht gerade die Schönste,
sie war geprägt von Schlägerein, Gewalt, bis hin zu Drogen.
Vor ca. einem Jahr lernte ich das erste mal die Arche kennen. Eine
Freundin hatte mich zu einer Veranstaltung „mitgeschleift“.
Als ich da rein kam wusste ich nicht recht was mich dort erwartet
und ich erlebte einen stimmungsvollen Anbetungsabend und spürte
so richtig die Gegenwart Gottes. Während der Veranstaltung wurde
ich dann innerlich so richtig mit in die Anbetung hineingezogen.
Ich merkte plötzlich, dass meine ganzen Kumpels mit denen ich
bis dahin immer zusammen gewesen war, eigentlich gar keine wirklichen
Freunde sind, sondern ich dort bloß immer cool sein musste,
oder der starke Schläger, um anerkannt zu sein. Ich entschloss
mich, mein Leben vollkommen zu ändern und jetzt in der Arche
zu bleiben und mit Gott zu leben. Hier habe ich inzwischen viele
neue Freunde gefunden. Seit dem hat sich in meinem Leben viel verändert.
Ich habe mich seit dem nie wieder mit Leuten geprügelt, ich
bin viel ruhiger geworden und lerne bei allen Dingen auf Gott zu
hören. Ich arbeite inzwischen auch selbst in der Arche mit und
möchte anderen Jugendlichen gern helfen, ihnen ein Vorbild sein
und ihnen zeigen, dass es auch anders geht und wie man das schaffen
kann.
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Tilo bei der Sendung "Hautnah - Gott mitten im Leben"
Wenn Jesus ein Leben berührt
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Tilo – Ich suchte überall Leben
Eigentlich hatte ich eine sehr behütete Kindheit. Meine Eltern
ließen sich nicht wie viele andere scheiden und auch sonst
ging bei uns zu Hause alles sehr harmonisch zu. Trotzdem hatten es
meine Eltern nicht einfach mit mir. Mein Vater war Professor für
Pädagogik an der Chemnitzer Uni, aber bei mir zeigten seine
pädagogischen Erziehungsmethoden irgendwie nicht die gewünschte
Wirkung. Ich war schon als Kind und Teenager sehr rebellisch und
hatte den Hang zum Extremen. Ich wollte alles ausprobieren, was mir
das Leben bietet und war ständig auf der Suche nach dem nächsten
Kick. Schon in meiner frühen Teenagerzeit fing ich an zu rauchen,
machte verschiedenste Alkoholexperimente und schloss mich einer Fußball-Hooligangruppe
an. In der Schule hatten die Lehrer und ich zusammen viele Probleme.
Während meiner Kindheit wurden meine Eltern Christen und begannen
regelmäßig in die Kirche zu gehen. Auch ich wurde nun
gelegentlich mit zum Gottesdienst geschleppt. Aber für mich
war das lange stillsitzen und singen zur Orgel eher eine Qual. Ich
dachte, wenn ich ein Christ werden würde, dann müsste ich
ein Mensch sein, der gern Orgelmusik hört, lange und brav auf
einer Bank sitzen kann und sich viele Vorträge anhört.
Aber das kannte ich schon zur Genüge aus der Schule und so beschloss
ich, dass die Sache mit der Kirche nichts für mich ist.
In mir war ein unbändiger Drang nach Leben. Ich wollte „das
Ding“ finden, etwas wofür es sich zu leben lohnt und so
probierte ich alles aus, was mir das Leben zu bieten schien.
Als Jugendlicher entdeckte ich dann die Rockmusik. Ich kaufte mir
eine E-Gitarre und begann mit Musikunterricht. Endlich hatte ich
meinen großen Traum gefunden: ich würde Rockmusiker werden
und aus dem langweiligen Leben meines Umfelds ausbrechen. Außerdem
entsprach das Motto „Drogs, Sex and Rock’n Roll“ genau
meinem damaligen Lebensgefühl.
Mit 16 Jahren gründete ich dann meine erste Band und begann
eine professionelle Gesangsausbildung. Nach Abschluss der Ausbildung
konnte ich die Musik tatsächlich zu meinem Beruf machen und
tourte dann viele Jahre mit einer Rockband durchs Land. Mit 21 Jahren
konnte ich außerdem ein wunderschönes Mädchen heiraten
und wir richteten uns eine gemeinsame Wohnung ein. Jetzt hatte ich
endlich alles erreicht, was ich mir immer erträumt hatte. Jetzt
war das Glück zum greifen nahe. Aber irgendwie wollte sich dieses
tiefe Glücksgefühl nicht so richtig einstellen. Innerlich
blieb ich weiter auf der Suche. Nach was eigentlich? War dieses Leben
wirklich alles?
Jetzt, wo ich alles hatte, was ich immer wollte, wurde ich komischerweise
immer unzufriedener. Ich begann noch mehr zu trinken, rauchte immer
mehr und begann gelegentlich zu kiffen. Außerdem verstrickte
ich mich immer wieder in Beziehungen zu anderen Mädchen. Mit
der Zeit wurde mein Leben ein Chaos. Es gab Streit in der Band, Freundschaften
zerbrachen, der Alkoholkonsum stieg immer weiter und mit meiner Frau
lebte ich mich zunehmend auseinander.
Schließlich brach alles zusammen. Mein Leben lag da wie ein
Scherbenhaufen. Die Band ging auseinander. Mein Beruf war futsch.
Meine Freundschaften waren zerbrochen und meine Ehe am Ende.
In dieser Zeit dachte ich erstmals wieder an den Gott, von dem ich
in meiner Kindheit gehört hatte. Einen Gott, der einen guten
Plan für mein Leben hat, so hatte man mir gesagt. Ich hatte
nach meinem eigenen Plan gelebt, ich wollte mein Glück finden
und mir dabei von keinem reinreden lassen, auch nicht von einem Gott.
Nun lag mein selbstgeschmiedetes Glück vor mir, wie eine zerbrochene
Porzellantasse.
In meiner Kindheit hatte ich gesehen, wie meine Eltern manchmal eine
zerbrochene Tasse mit Leim liebevoll wieder zusammen geklebt hatten.
Plötzlich wurde mir klar, dass dieser Gott, vor dem ich weggelaufen
war, mein Leben wieder heilen kann, wenn ich mit den zerbrochenen
Stücken meines Lebens zu ihm komme. Ich erkannte, dass ich gar
nicht ein Liebhaber von Orgelmusik werden muss, um mit Gott zu leben,
sondern dass Er mich so annimmt wie ich bin.
Und so machte ich mich auf den Weg. Schritt für Schritt brachte
ich die zerbrochenen Stücke meines Lebens zu Ihm. Ich suchte
einen Pfarrer auf, um für meine Ehe zu beten. Und tatsächlich
griff Gott ein, es gab Versöhnung und meine Ehe begann wunderbar
zu werden. Es folgten viele kleine und große Schritte. Es war
ein langer Weg mit vielen Etappen. Stück für Stück
erlebte ich, wie dieser liebevolle Gott mein Leben wieder herstellt.
Schließlich gab es einen Tag an dem ich einen Christen aufsuchte
und mit ihm zusammen in einem Gebet ganz bewusst mein Leben in Gottes
Hände legte und alle Schuld meines Lebens vor ihm bekannte.
Mir wurde die Vergebung all meiner Schuld durch Jesus zugesprochen.
Nie werde ich vergessen, wie ich von diesem Gebet aufstand. Es war,
als hätte ich bis zu diesem Tag einen schweren Rucksack mit
mir herumgeschleppt. Plötzlich waren zentnerschwere Lasten von
mir genommen. Ich fühlte mich so frei! Und plötzlich begann
ich ihn zu spüren: diesen inneren Frieden und dieses tiefe Glücksgefühl,
wonach ich mein ganzes Leben lang so verzweifelt gesucht hatte.
Und auf einmal wusste ich: das Schönste kommt noch! Gott hat
einen wunderbaren Plan für mein Leben und vor mir liegt ein
spannendes Abenteuer: ein Leben mit meinem Schöpfer!
Heute kann ich wirklich sagen, dass sich dieser Weg gelohnt hat.
Gott hat mir mehr geschenkt, als ich jemals erwartet hätte.
Gott gab meinem Leben einen Sinn. Durch Gottes Hilfe durfte ich 1996
in Chemnitz das christliche Jugendzentrum DIE ARCHE gründen,
welches ich seitdem leite. Hier habe ich eine erfüllende Aufgabe
und wunderbare Freunde, die mich so annehmen wie ich bin. Und Gott
hat mir sogar wieder eine Band geschenkt. Und diesmal darf ich für
Ihn singen und Ihm in meinen Liedern für das danken, was Er
an mir getan hat. Danke Gott!
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Daniel Mischalk - Ich war
ein Nazi
Sieg Heil, Sieg Heil, Sieg Heil... . Und wieder fand ich mich in
einer tobenden und grölenden Masse Jugendlicher wieder, die alle
relativ gleich aussahen. Bei den Klängen unserer Lieblingsband träumten
wir von einem sauberen und weltbe-herrschenden Deutschland. Wie konnte
uns die Welt so ignorieren?! Wir waren doch die Herrenrasse mit den
Genen, die uns doch die Übermenschlichkeit zusprachen, dachten wir.
Ich war überzeugt auf der richtigen Seite zu stehen, den guten Kampf
zu kämpfen. Wir glaubten, dass unser Reich zerstückelt, besetzt und
ausgeraubt war. Deutsche Familien waren vertrieben, unsere Kultur,
unsere Sprache, alles was mir liebenswert schien, war verstümmelt,
verbogen und verfälscht....
Wie konnte ich das zulassen? Wie konnte ich weiter mit ansehen, dass
meine Heimat immer mehr ihren Glanz verliert, ihre vorbestimmte Rolle
als Maßstab der Welt war ihr doch sicher!??
Bis zu meinem 14. Lebensjahr war mir das alles herzlich egal. Ich
ging normal in die Schule und war ein überdurchschnittlicher Schüler:
angesehen, sportlich und ohne Not. Ich wuchs im Heckertgebiet auf
und war ein Freund von harter, schneller und aggressiver Musik.
Mein Herz blühte auf, als ich 1989/90 die ersten Songs von sogenannten
Nazi-Punkbands vernahm. Die Texte, o.k. die waren schon etwas eigenartig,
aber die Musik war echt cool, so richtig eingehend. Je mehr ich die
Musik hörte, desto weniger erschienen mir die deutschen Texte komisch,
und nach einer Weile fand ich sie genauso toll, wie die Musik. Von
nun an sang ich ständig diese Lieder und wie eigenartig, anderen
ging es ganz genauso wie mir. Jeder kannte jetzt seine Mission, wir
waren uns einig, denn wir sangen dieselben Lieder, hatten dieselben
Ziele und wieso sollten wir nicht auch unsere Freizeit miteinander
verbringen?
Wir jagten Ausländer durch die Stadt, überfielen Jugendclubs, sprühten
Parolen an Häuserwände, zettelten Schlägereien an und hassten einfach
alles was Deutschland, nach unserer Auffassung, schadete. Es war
ja schließlich nicht unsere Schuld, dass wir so viele Feinde hatten,
meinten wir. Und nur wir durften entscheiden, wo man Kompromisse
eingeht, denn vieles bei uns war nicht ganz so deutsch, wie man vielleicht
glaubt. So prügelte sich beispielsweise ein ganzer Konzertsaal, weil
ein Streit zwischen zwei Skinheadgruppen ausgebrochen war.
Nach vielen deutschlandweiten Treffen, Konzerten, Demonstrationen,
Parteiveranstaltungen und einigen gelesenen Büchern, wollte ich,
dass jeder Deutsche „richtig deutsch“ wird. Es musste jedem bewusst
werden, welches Potenzial in ihm schlummert. Ich sah meine Aufgabe
darin, dieses Potenzial zu wecken und zu vereinen.
Am hartnäckigsten erwiesen sich Christen. Egal, wie oder was ich
zu ihnen sagte, die hatten immer 'ne passende Antwort. Und die klang
auch noch logisch und ich konnte so gut wie nichts erwidern. Irgendwie
waren die so weit ab vom richtigen Weg, dass ich mir etwas Besonderes
einfallen lassen musste, um sie zu gewinnen. Ich wollte sie mit ihren
eigenen Waffen schlagen. Und weil sie große Freude daran hatten,
mich mit sogenannten Bibelsprüchen zuzuquatschen, entschloss ich
mich, dieses uralte Buch zu lesen. Ich hoffte dadurch, sie bald als
neue Kameraden ihrer Bestimmung zuführen zu können.
Und so las ich alles von der Erschaffung der Welt, über den Bau der
Stiftshütte, über Propheten und Engel, über Kriege, über Jesus und über
Gebet... etc. Irgendwann fing ich an zu beten, denn das machten so
ziemlich alle in der Bibel. Der Inhalt dieses Buches wurde lebendig
für mich. Ich las und betete jeden Tag. Mein Leben begann sich zu
verändern. Ich bekam eine andere Sicht. Mir wurde klar, dass es mehr
gibt, mehr als das, was ich kannte... . Es gibt einen Gott. Und was
bedeutet das für mich, wollte ich wissen? Das wusste ich auch nicht.
Ich folgte einfach nur meinen Empfindungen. Ich schmiss meine ganzen
Nazi-Sachen weg: die Musik, die Klamotten, Zeitschriften, Bilder,
Plakate. Ich räumte richtig auf bei mir und distanzierte mich von
der “Szene”. Dazu erzählte ich der “richtigen” Person, dass ich jetzt
Christ bin. Kurze Zeit später wussten es alle. Aber es kam niemand
zu mir, um mich fertig zu machen. Ich war frei!!! Ich konnte endlich
wieder Gefühle zeigen. Mein Herz war so anders geworden, ich konnte
sogar wieder weinen und das tat so gut. Ich musste niemanden mehr
irgendetwas beweisen, um den Schein zu waren. Nein, ich kann jetzt
so sein, wie ich bin und das ist wundervoll. Es ist eine gewaltige
Last von mir abgefallen. Die Hoffnung und die Gewissheit, dass Gott
Leben verändert und dass diese Welt nicht das Ende ist, treibt mich
an, auch Anderen von Gott zu erzählen. Es brennt mir auf der Seele,
es muss einfach jeder wissen, dass das Leben einen wirklich tiefen
Sinn hat. Ich kann nicht schweigen über dieses Wunder, welches Jesus
an mir getan hat.
Und dir möchte ich sagen: Egal wie es dir geht, wo du stehst, was
du glaubst, egal wie lächerlich oder absurd das alles für dich sein
mag: Lass dich nicht abhalten von deinem Wunder!!!
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Jens Brettschneider – Auf einmal stand
die Stasi an meinem Bett
Ich bin am 18.03.1967 in Karl-Marx-Stadt, das heute endlich wieder
Chemnitz heißt, geboren. Meine Eltern waren noch sehr jung. Als ich
zur Welt kam, war meine Mutter 20 Jahre und mein Vater 22 Jahre alt.
Da meine Mutter zu Hause war, ging ich nicht in einen Kindergarten.
In der Schule war ich eher ein Außenseiter und hatte echte Schwierigkeiten,
mit anderen Kontakt aufzunehmen. Das Verhältnis zu meinen Eltern
war nicht so einfach, weil ich empfand, dass sie zu viel von mir
verlangten (z.B. Mithilfe im Haushalt) und mir zu wenig Freiraum
ließen. Nach der 10. Klasse machte ich eine Lehre als Fußbodenleger
in Großenhain bei Riesa. Das Handwerk an sich machte mir total viel
Spaß. Aber auch hier hatte ich große Probleme mit den Mitlehrlingen
und dem Lehrmeister.
Während meiner Praxiszeiten zu Hause, musste ich mich immer wieder
den strengen Regeln meiner Eltern unterordnen (z.B. um 20.00 Uhr
zu Hause sein). Ich wurde ziemlich rebellisch und kam immer öfter
betrunken und verraucht nach Hause. Irgendwann schmissen mich meine
Eltern raus. Ich war damals in einer Clique, die ziemlich abgedreht
war. Mit einem Kumpel setzte ich mich hin und wir schrieben gemeinsam
unsere Kündigung vom Lehrvertrag. Ich kann mir heute gar nicht vorstellen,
dass ich das gewesen sein soll. 6 Wochen war ich fern der Arbeit,
fern der Lehre, ging nicht zur Abschlussprüfung, alles im Eimer.
Völlig aufgegeben hatte ich mich. Ich wohnte, wo es ging, mal auf
einer Parkbank, mal bei Freunden, mal hier mal da. Rastlos, wie ein
wildes Tier. Ich lebte von Diebstahl und von Gelegenheitsjobs, irgendwie
kam ich um die Runden.
Eines Nachts schlief ich bei einem Bekannten, der Tag und Nacht seine
Tür offen ließ. Auf einmal stand die Polizei (Stasi) an meinem Bett
und stieß mir den Stiefel in die Seite. Es war 2 Uhr nachts, ich
weiß das noch, als wäre es gestern gewesen. Sie verlangten meinen
Ausweis und sagten, ich solle nach Hause gehen. Sie suchten eigentlich
meinen Kumpel. Er war in einer Vereinigung gegen die DDR, im Untergrund.
Ich habe ihn nie wieder gesehen. Jedenfalls stand ich nachts um 2
Uhr hellwach auf der Strasse. Ich fühlte mich total ungeliebt – niemand
wollte mich mehr haben. Das war meine letzte Bleibe gewesen! Ich
war am Ende. Wie weiter? Ich frage mich heute noch, woher die Kraft
kam, zu gehen, aber ich meldete mich früh beim großen Chef meiner
Firma und bereute vor ihm meine Entscheidung, die Lehre geschmissen
zu haben. Außerdem erzählte ich meine Situation und dass ich zu Hause
rausgeflogen war. Mein Chef gab mir Arbeitssachen und stellte mich
wieder ein. Puh, das ging noch mal gut. Er war echt um mich besorgt.
Damals in der DDR einen Wohnungsschein zu bekommen, war ein Unding!
Aber er brachte es fertig, bei der Polizei eine Wohnung für mich
rauszuschlagen.
Mein Leben ging nun wie von vorn los. Ich bekam die Wohnung, baute
sie mit Firmenhilfe aus und vertrieb mir die Zeit nach Feierabend
in gewohnter Weise mit meiner ,,Gang’’. Dann sprach mich ein Kollege
auf Arbeit an und lud mich in die Lutherkirche an der Zschopauer
Straße zu einem kostenlosen Film ein. Ich nahm mir vor, hinzugehen.
Ich traf meine Kumpels immer an demselben Ort, an einem Trafohäuschen.
Ich ging an dem Tag, wo auch der Film lief, zum Treffpunkt, wie immer.
Den Filmtermin hatte ich total vergessen. Aber von meinen Kumpels
kam niemand. Nur einer, der auch in der jungen Gemeinde vor Ort war.
Aber das wusste ich damals noch nicht. Da niemand kam und es nieselte,
meinte er, wir sollten doch zur Lutherkirche gehen, da zeigen die
einen Film und trocken und warm sei es ja da auch. Wir gingen hin
und da wurde der Jesusfilm gezeigt. Ich habe weinen müssen bei dem
Film. Mir liefen die Tränen, als ich sah, wie man den guten Mann
so einfach tötete. In mir schrie es, als ich sah, wie ihm die Nägel
durch Hände und Füße getrieben wurden. Und dann sagte der Mann am
Kreuz: ,,Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun’’. Auf
einmal erkannte ich, dass es Gott war, der da am Kreuz hing. Es wurde
eingeladen, zu den Abenden die ganze Woche hindurch zu kommen. Ich
ging hin und erfuhr von Liebe und Vergebung, etwas was ich nicht
kannte. Bei mir wurden Gefühle geweckt, die ich bis dahin noch nie
erlebt hatte. Es wurde davon erzählt, dass mein Leben wertvoll ist,
weil es Gott gewollt hat.
Am letzten Abend stand ich mit zitternden Knien auf und ging nach
vorn zum Gebet. Mit mir ca. 20 Jugendliche, 3 aus der Gang von mir,
die inzwischen auch zu den Abenden kamen. Im Gebet mit einem Mitarbeiter
vertraute ich mein Leben Jesus an. Mir kamen die Tränen als ich erkannte,
dass ich endlich in Gott einen Vater gefunden hatte, der mich liebt
und versteht, der mich annimmt wie ich bin. Endlich erfuhr ich, was
Liebe wirklich ist. Tiefe Freude stieg in mir hoch! Und diese Freude
begleitet mich seit dem.
Wenn ich heute zurückblicke, kann ich sagen, die zweite Lebenshälfte
ist einfach die bessere. Ich habe viele Freunde und eine Familie,
die mein Leben reich machen. Meine Beziehung zu Jesus trägt und hält
mich im Alltag. Was die Bibel sagt, ist für mich Wirklichkeit geworden: „Wer
mit Jesus lebt ist ein neuer Mensch. Er ist nicht mehr derselbe,
denn sein altes Leben ist vorbei, ein neues Leben hat begonnen“ (siehe
Bibel 2. Kor 5,17).
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Maik Arnold – Auf der Suche nach dem
Lebenssinn
Schon seit frühester Jugend beschäftigte ich mich gern
mit Philosophie und Religion und kann heute behaupten, dass ich damals
bereits auf der Suche nach einem Sinn für mein Leben war.
Mit Gott hatte ich aber noch nichts am Hut. Da ich in einem atheistischen
Elternhaus aufwuchs, war mir der Gedanke zu glauben so fern, wie
die Sonne von der Erde.
Meine ersten tieferen Kontakte zu Christen hatte ich während
meines Studiums in Schottland. Einige Kommilitonen erzählten
mir von ihrem Glauben an Gott. Ich empfand das als Bereicherung,
weil ich vorher eine völlig ungenaue Vorstellung von Gott
hatte. Ich traf mich damals auch häufig mit dem Studentenpfarrer
zum Gespräch und zum Lesen in der Bibel.
Dabei stieß ich auf den Satz: „Noch stehe ich vor
deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört
und mir die Tür öffnet, bei dem werde ich einkehren“ (Offb
3,20). Jesus stand nicht sichtbar vor der Tür, aber ich fragte
mich: „Möchte ich ab jetzt bewusst versuchen, nach Gottes
Maßstäben zu leben, oder lasse ich diesen Test mit Gott
an mir vorbeidüsen?“ Und ich dachte: Versuchen kostet
ja nichts!
Nach meiner Rückkehr aus Schottland wurde ich häufiger
krank und baute körperlich stark ab. Ich konnte mich kaum
noch konzentrieren und war völlig mut- und kraftlos. Ein Krankenhausaufenthalt
im Sommer 2001 kam gerade recht, nachdem ich zu Hause kurz vor
dem Umfallen war. Ich erfuhr, dass es eine chronische Verdauungsproblematik
war, aber auch in der Zeit nach der Entlassung besserte sich mein
Zustand nicht.
Schließlich wurde ich im Dezember des gleichen Jahres erneut
in die Klinik eingewiesen. Der Gesundheitszustand wurde ernster,
sogar lebensbedrohlich. Ich musste von den Ärzten erfahren,
dass sie mir nicht helfen konnten. Die Weihnachtszeit brach an
und ich war völlig kraftlos. Also fing ich an zu beten. Ich
betete still das Vaterunser (zum Glück hatte ich davon schon
gehört). Später sprach ich folgendes Gebet zu Gott: „Wenn
du willst, dann nimm einfach mein Leben und mach meinen Qualen
ein Ende oder mache alles neu. Ob ich nun sterbe oder weiterlebe,
ich lege dir alles hin“. Unbegreiflich ist mir bis heute,
dass ich mich plötzlich innerlich total beruhigt und geborgen
fühlte.
Am ersten Weihnachtsfeiertag kam es zu einer Notoperation, die
alles veränderte. Obwohl die Chancen größer waren,
dass ich sterben würde, konnte ich nach zwei Tagen die Augen
wieder öffnen und ein völlig neues Leben beginnen. Damals
habe ich Glauben gelernt: Glaube heißt für mich Vertrauen,
dass nicht ich die Geschicke im Leben lenke, sondern Jesus.
Seitdem engagiere ich mich bewusst in der Michaelisgemeinde (rote
Backsteinkirche am Südring). Mein Glaube ist auf ein neues
festes Fundament gestellt worden. Als Christ zu leben heißt
für mich, in einer engen Beziehung mit Jesus zu leben, mit
ihm zu reden, nach seinen Maßstäben zu leben und anderen
von dieser Erfahrung weiterzusagen.
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Sylvia Bukall – Das Leben neu gefunden
25 Jahre drehte sich die Welt um mich, dachte ich zumindest. Ich
heiratete mit 19 Jahren. Wir alberten immer, unsere Ehe wäre
eine Zweckgemeinschaft, keine Liebesheirat, weil wir aus der DDR
ausreisen wollten.
Im März 1989 durften wir ausreisen. In diesem halben Jahr Vorsprung
bis Grenzöffnung hatten wir unsere Nahziele erreicht. Wir hatten
eine schöne Wohnung, eine gesunde Tochter, ein Auto und waren
das erste Mal in Griechenland im Urlaub.
Im Frühjahr 1992 kam mein Mann auf die Idee, sich von unserem
ersparten Geld in unserer Geburtsstadt Chemnitz als Handwerker
selbstständig zu machen oder einen Portugal Urlaub zu finanzieren.
Wir entschieden uns für Ersteres.
Das erste Jahr wohnten wir bei meinen Großeltern auf engstem
Raum und hatten auch noch den Firmensitz bei ihnen. Ich war sehr
viel allein mit unserer Tochter. Dann bekamen wir eine große
Wohnung auf dem Kaßberg, die wir mühevoll ausbauten.
Um die Firma aufzubauen, brauchte es viel Zeit und es galt Kontakte
zu knüpfen. Darüber war ich sehr unglücklich. 1995
war ich dann wieder schwanger. Ich wollte das Kind anfänglich
nicht, denn unsere Ehe war so ziemlich am Ende.
Ich fuhr zur Kur, dort fand ich Ruhe und erkannte den Wert einer
Familie. Ich fing an, das heranwachsende Kind in meinem Bauch zu
lieben. Mein Mann und ich kamen uns wieder näher und freuten
uns auf das Baby. Doch als das Baby am 02.11.95 geboren wurde,
ging für mich eine rasante Talfahrt los. Es hatte einen sehr
schweren irreparablen Herzfehler und starb nach 10 Tagen. In mir
waren 1000 Fragen. Mein Mann umsorgte mich sehr. Aber mein Leben
hatte seinen Sinn verloren.
Ich suchte nach Menschen, die meine Erfahrung teilten, die mich
trösten konnten, die mich verstanden. In Chemnitz gründete
sich gerade die Selbsthilfegruppe „Verwaiste Eltern“ in
der KISS. Da ging ich hin. In Bad Segeberg nahmen wir als Familie
an einem Trauerseminar teil. Das war sehr tief und gut, wenn auch
das Leid aller Teilnehmer uns fast zerdrückte. Im Lauf der
nächsten Monate erwartete meine Umwelt, dass ich nun ins Leben
zurückkehrte. Aber ich war unfähig. Die Probleme in unserer
Ehe häuften sich wieder. Ich kam immer mit meinen Sorgen in
die Gruppe, bis eine der Teilnehmerinnen mir eine Einladung für
den Alphakurs in der Lutherkirche gab, schon am nächsten Tag,
sollte er beginnen.
In mir fragte es, was soll ich denn in der Kirche, was wollen
die von mir, aber ich ging hin. Ich kam in eine sehr liebevolle
Atmosphäre. Ich fühlte mich wohl und staunte über
Jesus. Niemals zuvor hatte ich von ihm gehört, ich wusste
nicht wer GOTT war und schon gar nicht was Jesus für mich
getan hat. Aufmerksam hörte ich zu und stellte 1000 und eine
Frage in der Kleingruppe. Ich hatte eine sehr liebe Gruppenleiterin,
die geduldig zuhörte und jede Frage beantwortete. Ich kam
regelmäßig und beäugte argwöhnisch, ob diese
Liebe unter den Mitarbeitern anhielt. Am Abend als es um Krankenheilung
ging, kam aller Schmerz aus mir heraus. Ich weinte haltlos. Es
wurde für mich gebetet. Woche für Woche passierten Dinge,
an die ich nicht mehr geglaubt habe - Wunder über Wunder für
mich. Von ganzem Herzen wollte ich zu diesem Jesus gehören,
der mich von dieser Last befreit hat. Nach 2 Jahren hielten wir
ein neues Baby in den Armen. Ich konnte Jesus Liebe für mich
in meinem Herzen spüren. Es war wie eine sprudelnde Quelle.
Ich bin ihm sehr dankbar für dieses neue Leben. Nach vielen
Gebeten kam auch mein Mann zum Glauben. Sein Weg ist wieder eine
spannende Geschichte für sich. Heute sind wir zu fünft
glücklich mit Jesus und wollen seinen Weg gehen.
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Ute Haase – Ich wollte Gutes tun
Weil meine Eltern Christen waren, habe ich wohl immer nach dem Sinn
des Lebens gesucht. Ich bin getauft und konfirmiert worden. Als ich
ein kleines Kind war, setzten sich meine Eltern abends zu mir ans
Bett und beteten mit mir. Das ist eine sehr schöne Erinnerung,
in der viel Geborgenheit mitschwingt. Als ich zehn war, starb mein
Vater. Ich bin Einzelkind und meine Mutter arbeitete Schicht, dadurch
war ich oft allein. Ich bin dann auch in die Kirche gegangen, Kindergruppe
und später Junge Gemeinde, aber in erster Linie nahm ich an
schulischen Freizeitangeboten teil. Als andere Mädchen anfingen,
sich für Jungs zu interessieren, las ich Karl Marx.
Als ich 17 war, starb meine Mutter. Plötzlich war ich mutterseelenallein
auf der Welt, es war ganz schwer. Gott habe ich in dieser Zeit total
aus dem Herzen verloren, er war für mich nicht mehr existent.
Ich begeisterte mich dann sehr für den Sozialismus und glaubte,
dass aus dieser Gesellschaftsordnung etwas Gutes entstehen kann.
Schließlich entschied ich mich gegen Gott, nahm ein Studium
als Lehrerin und Pionierleiterin auf und trat bewusst in die SED
ein. Ich war mein ganzes Berufsleben bei der FDJ und später
bei der SED angestellt und wollte da etwas Gutes bewirken. Aber christliche
Vorstellungen waren immer noch in meinen Gedanken.
Die Wende brachte für mich dann einen totalen Zusammenbruch.
Wir wurden damals zu unserem Vorgesetzten bestellt. Ich weinte sehr
und sagte, dass ich mich mitschuldig fühlte am Zusammenbruch
des Sozialismus, weil ich oft nicht das gelebt habe, was ich in den
Versammlungen predigte. In den folgenden Jahren hatte ich oft Depressionen.
Nach der Wendezeit nahm ich mir vor, mich überhaupt nicht mehr
politisch zu betätigen, sondern meine ganze Kraft meinem behinderten
Kind Sascha zu widmen, der mit Down-Syndrom geboren wurde.
Nach der Wende wurde es auch mit meiner Ehe immer schlimmer. 1997
trennten wir uns. Ich war dann mit Sascha allein.
Eines Abends saß ich vor dem Fernseher, es kam ein Bericht über
den Krieg im Kosovo. Auf einmal kam ein unwahrscheinlicher Schmerz
in mein Herz, ich hätte schreien können. „Wie soll
denn das bloß noch auf der Welt weiter gehen?“, dachte
ich. „Wir schaffen das als Menschen nicht, die Welt friedlich
zu machen!“ Plötzlich kam mir der Gedanke, mal wieder
in die Bibel zu schauen. Ich war darüber so erstaunt, dass ich
dachte, jetzt fange ich total an zu spinnen. Aber ich habe es gemacht.
Am Anfang sah ich bloß den strafenden Gott. „Nein, du
hast dich geirrt, das ist es doch nicht.“, dachte ich und legte
die Bibel wieder weg. Doch es zog mich immer wieder zur Bibel. Und
dann las ich die Bergpredigt, wo Jesus sagt“ Ihr seid das Licht
der Welt.“ Und da dachte ich: „Jesus, das kann nicht
stimmen! Die Christen sind das Licht der Welt? Wo sollen die denn
alle sein? Haben die sich alle plötzlich versteckt?“ Ich
kannte keinen einzigen Christen.
Plötzlich hatte ich eine unwahrscheinliche Sehnsucht, ich wollte
gerne wieder Christen kennen lernen.
Drei Tage später schlug ich die Zeitung auf und las über
einen Jungen mit Down-Syndrom, alles ganz genauso wie bei meinem
Sascha. Es war auch ein Bild dabei und es hieß: „Der
Vater des Kindes ist der Pfarrer von Auerswalde.“ Da hatte
ich meinen ersten Christen! Ich rief das Ehepaar an und wir lernten
uns sehr schnell kennen. Wir trafen uns dann öfter. Sie bedrängten
mich nicht irgendwie, jetzt musst du zum Glauben finden oder so,
sondern brachten mir einfach bloß Wärme und Liebe rüber.
Ich war sehr gerührt. Dann fing ich an, den Pfarrer mit Briefen
zu bombardieren mit Fragen meiner Suche nach Gott.
Anfang November 1999 rief er dann mal an und sagte: „Weißt
du, wenn ich mir das so alles durchlese in deinen Briefen, dann
bist du eigentlich nicht erst auf der Suche nach Gott, eigentlich
gehörst du schon zu Jesus. Wenn du möchtest, komme ich
vorbei und dann beten wir zusammen. Da kannst du dein Leben Jesus übergeben.“
„ Was ist denn das nun wieder?“ dachte ich. Aber ich sagte zu. Denn
ich merkte, dass ich jetzt einfach eine Entscheidung treffen wollte, ich wollte
zu Jesus – egal, wie das ausgeht. Der Pfarrer kam dann und ich sagte alles
Jesus, was mir bis dahin in meinem Leben als Sünde bewusst war, und bat
ihn um Vergebung. Ich sprach dann ein Gebet, in dem ich Jesus mein Leben übergab.
Das war für mich eine sehr dramatische Erfahrung. Es war ein starker innerer
Kampf, den ich durchmachte. Doch dann spürte ich eine Kraft, die stärker
ist als der Tod. Als das Gebet zu Ende war, machte ich die Augen auf und hatte
eine große Freude im Herzen. Ich wusste, Gott hat mir meine Schuld vergeben
und ich darf mit ihm neu beginnen. Plötzlich konnte ich alles so mit Freude
sehen. Ich hätte alle umarmen können!
In Chemnitz in der Lutherkirche fand ich ein neues Zuhause. Ich
ließ dann gleich meinen Sascha taufen. Er war ein ganz großer
Segen auch für unsere Gemeinde. Sascha konnte nicht reden,
aber Gott hat ihm die Liebe Jesu ins Herz gelegt. Er ist bei den
Gottesdiensten oft durch die Gänge gelaufen und wollte, dass
sich die Leute umarmen. Vielen standen dabei die Tränen in
den Augen. Es war eine große Liebe da. Sascha ist mit 14
Jahren gestorben. Es ist mir ein großer Trost, dass ich in
meinem Herzen weiß, er ist jetzt bei Jesus.
Top
Volker Rabe – Getauft, Konfirmiert
und was dann?
In meiner Kindheit versuchten meine Eltern mir auf traditionelle
Weise den Glauben nahe zu bringen. Ich wurde getauft, ging zur Christenlehre
und auch zum Kindergottesdienst.
Dank eines guten Kantors war die Christenlehre für mich immer
ein kleiner Höhepunkt im schulischen Alltag. Als es Zeit war,
sich zwischen Konfirmation oder Jugendweihe zu entscheiden, gab es
für mich kein großes Zögern. Ich ließ mich
natürlich konfirmieren. Dabei spielte auch eine Rolle, dass
von den 23 Schülern meiner Klasse 21 die gleiche Entscheidung
fällten. Das gab natürlich Probleme mit der damaligen sozialistischen
Bildungseinrichtung. Wir 21 Konfirmandenanwärter wurden kurzerhand
in einen Saal zusammengerufen und durch die anwesende Klassenleiterin,
den Schuldirektor und andere Autoritäten verbal sehr bedrängt,
es uns noch anders zu überlegen. Weder unsere Eltern noch der
Pfarrer durften an dieser „Veranstaltung“ teilnehmen. Ängstlich
aber entschlossen blieben wir bei unserer Entscheidung für die
Konfirmation. Heute weiß ich, dass damals schon Jesus mit in
dieser Runde dabei war und uns beschützt hat.
Nach meiner Konfirmation fand ich Anschluss an einen christlichen
Mitarbeiterkreis für junge Leute. Der dortige Leiter beeindruckte
mich sehr, da er aufgrund seines Glaubens auf verschiedene Privilegien
im damals sozialistischen Staat verzichtete. An einem Tag brachte
mich der Leiter nach Hause. Ziemlich unvermittelt sagte er mir,
dass es für mich an der Zeit ist, mein Leben Jesus zu übergeben
und fragte mich, ob ich dazu bereit wäre. Ich stimmte spontan
zu, weil mir plötzlich klar wurde, dass ich ohne Jesus verloren
bin. Der Leiter stoppte also das Auto im Dunkeln auf der Landstraße
und stellte mir noch einige Fragen. Dann betete ich, dass Jesus
von nun an mein Leben in seine Hände nehmen soll. Dabei fühlte
ich in mir nichts außergewöhnliches, aber ich spürte,
dass mein Leben von nun an mit meiner neuen Identität als
Christ übereinstimmen sollte. Ich war damals 16 Jahre alt!
Leider mussten noch viele Jahre voller Kämpfe und auch Niederlagen
vergehen bis ich durch Jesu Hilfe tatsächlich in meine neue
Identität als Kind Gottes hineinfand. Heute kann ich rückblickend
sagen, dass Jesus mein kleines, zaghaft vorgebrachtes Gebet sehr
ernst genommen hat. Ich wusste zum damaligen Zeitpunkt noch nicht,
wie es wirklich in meinem Herzen aussah. Ich bin ein sehr sensibler
Mensch, damals voller Ängste, Sehnsüchte und mit einem
großen Loch im Herzen. Dieses Loch, auch Liebesmangel genannt,
versuchte ich unbewusst selbst zu stopfen. Ständig war ich
bemüht, mir meine heile Welt zusammenzubasteln. Ich setzte
viele Masken auf und versuchte immer und überall im Mittelpunkt
zu stehen, um mein Bedürfnis nach Anerkanntsein zu stillen.
In diesen Rollen spielte ich den lustigen, netten Unterhalter.
Dabei waren mir Übertreibungen und Lügen zur Normalität
geworden.
Auch meine Sexualität wurde mir immer mehr zum Problem. Einerseits
wollte ich Jesus folgen, andererseits kannte ich nur zu gut die
Gefühle beim Anblick nackter Frauen in Zeitschriften und Filmen.
Das war ein riesen Konflikt in mir. Da ich als Kind unter der Strenge
meiner Mutter sehr gelitten hatte, wurde mein Gottesbild sehr verschoben.
Ich stellte mir Gott als sehr strengen Herrscher vor. Das machte
mir noch mehr Angst! Ich strengte mich sehr an, um vor Jesus ein „guter“ Mensch
zu sein! Die Konflikte in mir wurden mit zunehmendem Alter immer
größer, zumal ich sehr bald spürte, dass ich das „Gutsein“ nicht
auf lange Zeit durchhalten würde. Durch Sündenbekenntnisse
in seelsorgerlichen Gesprächen empfing ich wohltuende Vergebung
und fürchtete mich aber sofort wieder vor dem nächsten
Absturz bzw. „Fehltritt“! So lebte ich einige Jahre,
selbst nachdem Gott mir eine wunderbare Frau geschenkt hatte, die
auch mit Gott lebt.
In unserer Ehe traten dann Konflikte und Probleme auf. Wir haben
sehr jung geheiratet und sehr große Erwartungen aneinander
gestellt. Dabei überforderten wir uns beide. So kam es öfters
zu Streitereien, in denen wir dann oft nur noch eines wussten:
dass Gott uns „zusammengefügt“ hat und wir uns
nicht einfach trennen sollten und wollten. Nach Jahren voller Kämpfe
und Niederlagen, aber auch wertvoller Erkenntnisse und sehr schöner
Zeiten mit Jesus und meiner Familie, erlitt ich mehrere schwere
gesundheitliche Zusammenbrüche. Ich hatte mich selbst überfordert.
Mein Körper und meine Seele waren krank. Meine Lebenslust
war verschwunden und Depressionen wollten sich ausbreiten.
Doch da geschah das Wunderbare. Jesus kam ganz neu in mein Leben
und begann mein krankes Herz zu heilen. Schritt für Schritt
begann Jesus meine Fehlhaltungen und Verletzungen aufzudecken.
Das war oft unangenehm, aber sehr befreiend. Dadurch erkannte und
spürte ich auch immer mehr das liebende Vaterherz Gottes.
Das war es, was ich all die Jahre gesucht hatte: Angenommensein – so
wie ich bin, ohne Anstrengungen, trotz Verfehlungen! So bekam ich
endlich Boden unter den Füßen – ein Fundament.
In mir wuchsen Vertrauen in Gottes Liebe und neue Lebensfreude.
So konnte ich getrost alle Masken fallen lassen und kann authentisch
in Freiheit leben. Ich weiß, dass mich Gott schon im Mutterleib
gewollt und geformt hat. Das steht auch in der Bibel (Psalm 139).
In den Tälern und Umwegen meines Lebens war und ist Gott bei
mir und hat mich vor vielen Gefahren bewahrt. Ich bin Ihm unendlich
dankbar für Seine Leitung und weiß, dass er zu mir steht – selbst
wenn ich mal wieder wenig davon fühlen sollte!
Top
Interview mit Tanja und Dr. Andreas Walter – Karriere
ist nicht alles
Sie sind ein junges
Ehepaar aus Chemnitz und seit 7 Jahren verheiratet.
Frage: Für Euch hat der Glaube an Gott eine große
Bedeutung, sicher seid ihr christlich erzogen worden?
Andreas: Ich bin nicht christlich erzogen worden. Das Einzige,
was ich als Kind vom christlichen Glauben wusste war, dass zu Weihnachten
der Geburtstag von Jesus gefeiert wird. Aber eigentlich war mir
das damals alles egal. Ich erinnere mich an eine Begegnung in meiner
Jugend, wo einige Christen mit mir über die Bibel reden wollten.
Damals machte ich mir einen Spaß daraus mit ihnen zu diskutieren
und fühlte mich als heimlicher Sieger wenn ihnen die Argumente
ausgingen.
Als ich dann später Medizin studierte, war ich von der Anatomie
und dem Stoffwechsel des menschlichen Körpers sehr fasziniert.
Je mehr ich mich damit befasste, wurde mir klar, dass dies nicht
einfach alles durch Zufall entstanden sein konnte, sondern dass
da doch ein Sinn und eine Logik dahinter steckt. Diese Gedanken
beschäftigten mich immer mehr. Meiner damaligen Freundin zuliebe
ging ich damals mit zu einer christlichen Jugendveranstaltung.
Dort hörte ich Antworten auf meine Fragen. Erstmals überlegte
ich, ob es nicht wirklich stimmen könnte, dass es diesen Gott
gibt, von dem die Christen erzählen? Was wäre, wenn das
wirklich wahr ist? Mir wurde klar: wenn das wirklich stimmt ist,
würde dies mein ganzes Weltbild und auch mein persönliches
Leben völlig verändern. Als ich mich schließlich
entschloss, an Gott zu glauben, passierte etwas in mir: Plötzlich
kamen viele Puzzleteile zusammen und auf einmal spürte ich
einen tiefen Frieden und eine nie gekannte Freude. Als später
ich einem christlichen Freund von meinem Erlebnis erzählte,
lud er mich in seine Gemeinde ein. Dort besuchte ich dann einen
Glaubenskurs und lernte Gott immer besser kennen.
Im Nachhinein weiß ich, dass der tiefe Friede und die Freude,
die ich erlebt hatte, meine erste Begegnung mit Gott war.
Tanja: Ich komme aus einer sehr „roten“ Familie. Dort
wurde mir das kommunistische Weltbild vorgelebt. Vom Glauben an
Gott hatte ich damals überhaupt nichts gehört denn von
allen christlichen Dingen wurde ich ferngehalten.
Als sich meine Eltern scheiden ließen und dann auch die Wende
kam, stürzte meine heile Welt plötzlich zusammen. Ich
kam in eine tiefe Krise und suchte im Buddhismus und Okkultismus
nach dem Lebenssinn.
Im Studium lernte ich dann einige Christen kennen, mit denen ich über
den Glauben diskutierte. Was sie mit über Gott erzählten,
konnte ich einfach nicht glauben, aber es ließ mich auch
nicht mehr los! Ständig musste ich darüber nachdenken.
Als dann die Weihnachtszeit kam, nahmen mich die Christen mit in
die Kirche zu einem Krippenspiel. Während der kindlichen Erzählung
der Weihnachtsgeschichte wurde mir plötzlich klar, dass ich
zuerst mit dem Herzen „sehen“ musste, um die Wahrheit
zu erkennen. Ich wollte es bis dahin immer mit dem Verstand begreifen.
So entschloss ich mich spontan, einen Schritt zu wagen und sprach
ein schlichtes Gebet: „Gott, wenn es dich wirklich gibt,
dann hilf mir Dich zu erkennen!“. Kurze Zeit danach bekam
ich die Möglichkeit, einen Kurs zu besuchen, in dem der christliche
Glaube näher erklärt wurde. Dort begann ich dann immer
mehr zu verstehen und erlebte Gott auch ganz persönlich. Seit
dem lebe ich als Christ.
Frage: In einer Zeit wo sich immer weniger
junge Leute „trauen“,
habt ihr einen Bund fürs Leben geschlossen. Fallt ihr damit
nicht ein bisschen aus den Rahmen?
Andreas: Ja, sicher fallen wir etwas aus dem Rahmen, die Frage
ist nur aus welchem. Manchmal ist es einfach gut, nicht mit im
Trend der Gesellschaft zu schwimmen, sondern sich an etwas Beständigerem
zu orientieren. Ich meine damit den Rahmen, den Gott uns in der
Bibel gibt. Ich habe gemerkt, dass es gut ist, wenn man die Ratschläge
Gottes ernst nimmt. Gerade in der heutigen Zeit, wo Beziehungen
so schnell scheitern und sich keiner mehr festlegen will, bietet
der Ehebund einen wunderbaren Schutz. Denn damit sagt man: Ich
meine es absolut ernst, auch wenn mal schwierige Zeiten kommen
sollten – wir bleiben trotzdem zusammen! Und das tut unserer
Beziehung gut.
Nach 7 Jahren Ehe kann ich jedenfalls sagen: ich würde meine
Frau auf jeden Fall wieder heiraten!
Tanja: Als ich noch kein Christ war, wollte ich überhaupt
nicht heiraten. Ich war überzeugt, dass eine Beziehung nicht
das ganze Leben halten kann. Da ist es doch besser nur so zusammen
zu bleiben, weil man sich dann auch schneller wieder trennen kann.
Doch als ich dann Gott kennen lernte, merkte ich, dass dies nicht
der richtige Weg ist.
Wenn man seinen Partner liebt und spürt, dass man für
einander bestimmt ist, sollte man auch den Mut finden sich festzulegen
und zu heiraten.
Frage: Ihr habt beide attraktive Jobs.
Tanja, du bist Grundschullehrerin und Andreas, du bist Arzt.
Wie wichtig sind euch eure Berufe,
oder gibt es auch noch andere Dinge, für die euer Herz schlägt?
Tanja: Ich bin sehr gerne Grundschullehrerin und in meiner Freizeit
arbeite ich in der Kinderarbeit der Arche auf der Augustusburger
Straße mit. Für mich ist es wichtig, eine persönliche
Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Und wenn ich darüber
hinaus den Kindern auch noch helfen kann, dass sie Gott kennen
lernen, erlebe ich, wie sie sich zu gesunden Persönlichkeiten
entwickeln. Mir ist es total wichtig, dass sie nicht erst unter
all die schlechten Einflüsse geraten, die es heutzutage gibt
und dann vielleicht auf die schiefe Bahn geraten.
Andreas: Ich habe sehr viel für meinen Beruf getan, sechs
Jahre studiert und zwei Jahre Praktikum gemacht. Ich will meinen
Patienten ein guter Arzt sein. Doch ich habe auch gemerkt, dass
der Beruf nicht alles ist. Mir ist es ganz wichtig, dass die Menschen
Gott kennen lernen. Denn als Arzt weiß ich, wie verletzlich
dieses Leben ist und wie schnell alles zu Ende sein kann.
Besonders jungen Menschen möchte ich Mut machen, ihr Leben
nicht einfach so wegzuwerfen, sondern mit Gottes Hilfe etwas anzupacken
und auf dieser Welt zu verändern.
Was sind eure Wünsche und Ziele für die nächsten
Jahre?
Andreas: Mein Wunsch ist es, dass viele junge Leute Hoffnung und
neue Orientierung finden. Sie sollen wieder gute Werte in ihrem
Leben haben, indem sie den lebendigen Gott kennen lernen. Das ist
mein Wunsch und deshalb arbeite ich neben meinem Beruf auch im
Jugendzentrum der Arche mit.
Tanja: Ich wünsche mir, dass viele Kinder in Gott ihren besten
Freund entdecken, mit dem sie durch Dick und Dünn im Leben
gehen können, damit wieder eine gesunde Kinder- und Teenagergeneration
heranwächst.
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